Dufte Blogparade

Ich weiß ja nicht, wie es Euch mit Düften geht, aber für mich sind sie immens wichtig. Schließlich ist der Duft und der Geruchssinn für den Geschmackssinn unabdingbar. Whisky und Bier mit verschlossener Nase verkosten? Ein Unding.

NaseDrum dachte ich mir, dass ich zur duften Blogparade aufrufe. Welche Düfte haben Euch am meisten geprägt und warum? Welche Düfte verbindet Ihr mit der Kindheit oder bestimmten, vielleicht sogar prägenden Ereignissen? Schließlich gehörte das Wort „dufte“ auch mal zur Jugendsprache…in den 70ern oder so. Es bedeutete so was wie „klasse“.
Mir selbst sind zwei Düfte quasi in mein Gedächtnis eingebrannt: Einmal der Duft von Vanilleöl. Vanilleöl habe ich und viele meiner Freundinnen in den frühen 80ern getragen. Wir hatten Pickel, liefen in zu großen Pullis rum und schauten uns die älteren Schüler an, die Ausläufer der Hippiebewegung, die strickend im Unterricht saßen. Abends haben wir Räucherstäbchen angezündet und schwarzen Tee mit allerlei ziemlich unnötigen Aromen getrunken. „Feuerzauber“ hieß eine Mischung, in der – so meine ich mich zu erinnern – so was wie Früchte enthalten waren…mein älterer Bruder sagte regelmäßig zu mir „Du riechst wie ein Kuchen“ – das bezog sich natürlich auf das Vanilleöl…

VanilleRäucherstäbchenIch hatte die Form der Vanilleöl-Flasche und das Ganze oben eigentlich fast vergessen…als ich jedoch beim Kieferorthopäden im Behandlungsstuhl lag und sich die Arzthelferin über mich beugte, war alles wieder da. Sie roch noch Vanilleöl..und ich hatte wieder Pickel….

Eine weitere Dufterinnerung war noch intensiver: Ich war in den 90ern ein paar Jahre lang in jeden Semesterferien studentische Aushilfe bei Epson. Die hatten damals noch ihren Sitz bei der RP und der Teekanne in Düsseldorf, in der Nähe des Handweisers. Der Duft oder eher die Düfte, die Teekanne in der Produktion verbreitet, sind sehr intensiv: Es gibt teilweise Wolken von Kamille, Fenchel, Früchtetees…bis sich das alles zum Schluss vermischt. Oft war der Duft schon an der Haltestelle zu riechen, die immerhin ca. 7 Minuten zu Fuß entfernt war. Vor dem Epson Gebäude stand damals ein Brötchen-Mann, bei dem ich regelmäßig ein Thunfischbrötchen kaufte.

Jahre vergingen, ich studierte zu Ende und hatte ein paar Jahre überhaupt nichts mehr mit Epson zu tun, als mich mein erstes Vorstellungsgespräch 2000 dorthin führte. Es duftete wie zuvor schon an der Haltestelle…als ich verdutzt stehen bleiben musste, denn ich hatte Thunfischgeschmack auf meiner Zunge…

Ist es nicht verrückt, wie intensiv unser Dufterinnerungsvermögen ist? Wie geht es Euch damit oder wie ging es Euch damit? Die Blogparade läuft bis zum 30. Mai 2014.

 

 

 

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4 Gedanken zu “Dufte Blogparade

  1. Hi Carmen,

    ich habe keinen eigenen Blog, finde Deine Idee aber spitze. Hier meine ganz persönliche Duft-Reise:

    Düfte prägen und verbinden uns mit bestimmten Erlebnissen? Das kann ich nur bestätigen. Meine zwei intensivsten Dufterinnerungen sind ganz klar die „Agenturluft“ (kein Scherz), die ich bei meinem ersten Arbeitgeber in Frankfurt a.M. schnuppern konnte und der typische Museums-Duft, der sich wohl hauptsächlich auf die Maschinenöl-Note alter Nähmaschinen und Webstühle zurückführen lässt.

    Die „Agenturluft“, wie ich sie aus Frankfurt in Erinnerung habe, hat mich witzigerweise auch bei meinem neuen Arbeitgeber – auch eine Agentur, wenn auch nicht PR sondern Online – in Bielefeld empfangen. Das hat mir gleich den Start versüßt. Wenig rational, aber irgendwie war’s heimelig.

    Das gleiche Erlebnis stellt sich ein, wenn ich meine Nähmaschine aus den 50iger Jahren raushole und den Deckel öffne. Dann denke ich sofort an mein Praktikum im Historischen Museum und an das Museum Wäschefabrik – beide in Bielefeld – wo ich hin und wieder ehrenamtlich arbeite. Beides für mich sehr positiv besetzt – und schon kann man sich für den Duft von altem Maschinenöl begeistern.

    Prägnant, wenn auch nicht ganz so erhebend, habe ich den Geruch der Maische der Brennerei Elmendorf in Isselhorst im Duft-Gedächtnis. Direkt daneben gab bzw. gibt es heute noch einen Spielplatz, über den zu aktiven Brennereizeiten immer mal wieder eine strenge Maische-Brise wehte. Hat uns als Kinder damals nicht gestört, gehört für mich aber definitiv zu den Kindheitsgerüchen, die man nicht so schnell vergisst. Gleich nach dem fies-süßen und unnachahmlichen Duft von pinkem Bazooka-Kaugummi oder herrlich klebrigen Mamba Kaubonbons.

    Und da waren’s auch schon drei Duft-Erinnerungen! Danke Carmen, für die Reise ins Duft-Gedächtnis – hat Spaß gemacht 😉

    Herzliche Grüße
    Ann-Kathrin

    1. Danke Dir, für die schönen Beschreibungen, Ann-Kathrin. Das mit der Agentur-Luft läßt mich sehr schmunzeln. Ich verbinde die Trimedia-Zeit mit ZumNudeln Pizza, Sushi, Brötchen…und wenig Schlaf. Normal halt.

      Was die Maische angeht, so kann ich das verstehen. Ich liebe den Geruch in einer Whisky Destille. Und zwar von Anfang bis Ende – der Angels‘ Share zum Schluss riecht zum Niederknien!

  2. Leider habe ich meistens das Problem, dass ich mich nicht mehr erinnern kann warum ich mich an einen Geruch erinnere. Dann gehe ich verzweifelt meine Kindheit durch an welchem Ort, zu welcher Zeit, ich eben diesen Duft schon mal in der Nase hatte.

    Meistens erinnere ich mich nicht mehr im Detail, aber ich weiß noch das es eine unbeschwerte Zeit war und das macht mich dann glücklich.

    Der einzige Geruch den ich aber nicht vergesse ist der eines Zweitaktmotors. Das Gemisch aus Öl und Benzin verbinde ich auch heute noch mit Motocross Rennen – nicht mit dem Trabant.

    1. Danke für diese Erfahrung. Ich grinse in mich rein und denke, das ist ja typisch Mann. Stimmt auch nicht ganz, ich weiß, aber gut. Manchmal müssen Stereotype sein.

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