Kreta riecht würzig

Über sonnige Kost und was Olivenöl mit Pfeffer zu tun hat

Umami! Als ich aus dem Flieger in Iraklion steige, bemerke ich direkt diesen Duft. Würzig. Aber was rieche ich genau? Hm. Genauer beschreiben kann ich den Duft nicht. Es muss das Ensemble sein aus den über 30 Millionen Olivenbäumen, dem wilden Thymian, Majoran und dem Bergtee, der überall wächst. Der Duft macht direkt Lust auf Oliven, Feta, Tomaten und und und. Auf mediterranes Essen.

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Hab ich Euch gedanklich auf Kreta? Geruch und Geschmack habt Ihr jetzt auf der Zunge. Fehlen noch ein paar visuelle und auditive Eindrücke: Blaues Meer, leichte Brise, Olivenbäume überall, schroffe, grüne Felsen auf denen viele Ziegen mit Glöckchen um den Hals rumturnen. Die Sonne ist gleißend hell. Und es ist laut. Sehr laut. Vor lauter Grillen kommt Ihr kaum zum Denken. Die sind überall. Ein wenig Stille kehrt erst ein, wenn die Sonne untergeht. Was mich zu den Abendessen bringt, die ich in Ravdoucha, einem Mini Ort westlich von Chania unten in einem Appartement am Meer koche für mich und meinen Liebsten. Nach meiner abendlichen Runde im 30 Meter entfernten Wasser, siehe den Strand unten, mache ich mir ein lokales Craftbeer auf oder eine Flasche Wein und los geht’s.

Ravdoucha Beach
Unser „Hausstrand“

Salat! Griechisch und zypriotisch. Hauptsache Käse

Ich habe eine große Herdplatte und eine Mokka-Herdplatte, dazu einen Topf und eine Pfanne. Erstaunlich, wie man sich trotz dieser Einschränkung köstlich ernähren kann. Meist gibt es Salat mit Tomaten und Paprika und einem riesigen Stück Feta. An dem kann ich mich nicht überfressen. Meine Art von griechischem Salat ist mit Zitronensaft, statt Essig. Statt Pfeffer nutzen die Kreter gerne den getrockneten Majoran. Das Büschel muss über dem Salat gedrückt werden. Das duftet intensiv und schmeckt schön pfeffrig. Das Bild unten ist in einem Restaurant geschossen. Da habe ich mal nicht gekocht.

Griechischer Salat

Wilder Oregano aus Kreta
Mein Urlaubsmitbringsel: Wilder Majoran

Für Kreta ungewöhnlich und eher zypriotisch ist Halloumi. Den habe ich nach ein paar Anläufen auch im Supermarkt erwerben können. Schnell ein paar Nektarinen oder Pfirsiche geschnibbelt, eine Vinaigrette aus Limetten und Olivenöl plus einen Hauch frischem Pfefferminz. Die Pfanne sehr heiß werden lassen mit Olivenöl und den Halloumi in Scheiben rein in die Pfanne. Schön golden anbraten von beiden Seiten. Auf den Salat legen und fertig. Dazu könnt Ihr natürlich noch Rucola oder anderes Grünzeug hinzutun.

Halloumi-Pfirsich-Salat
Halloumi-Pfirsich-Salat

Die Anregung kommt aus diesem zypriotischen Buch, das ich im Gepäck habe. Ihr solltet immer ein gutes Kochbuch im Gepäck haben oder eines vor Ort erwerben. Aber gut, ich bin ja auch bekennend kochbuchsüchtig.

KochbuchTaverna

Olivenöl muss Pfeffer im Hintern haben

Was mache ich denn neben viel lesen, schwimmen und kochen noch auf dieser sehr ansehnlich hübschen Insel? Ich schaue mir die Ölmühle Terra Creta an und melde mich zur Führung an. Unsere Führerin nennt sich selbst „crazy Maria“. Sie klärt uns darüber auf, dass es auf Kreta eigentlich nur zwei wichtige Olivensorten gibt: Koroneiki (Koronaiki) und Tsounati, gut zu unterscheiden in der Größe. Die Koroneiki-Oliven sind ganz klein und geben ein eher bitteres Olivenöl, das Öl der Tsounati ist ein wenig süßer. Was ich noch lerne: Jede Olive ist zunächst grün und wird dann schwarz. Je reifer die Olive ist, desto weicher ist das Öl, was aber nicht unbedingt erwünscht ist. Grundsätzlich gilt: je weniger Säure ein Olivenöl hat, desto besser ist es. Ein extra natives Olivenöl darf nur maximal 0,8 Prozent Säure enthalten. Was ich noch spannend finde: Wie viel Olivenöl kommt eigentlich aus so einem Baum raus? Maria sagt, das käme auf das Alter des Baumes an. Einer der „jüngsten“ Bäume mit 100 Jahren würde ca. 50 Kilogramm Oliven tragen. Daraus wird 10 Liter Olivenöl. Olivenbäume können sehr alt werden. Im ein paar Kilometer entfernten Vouves gäbe es einen 3000 Jahren alten Baum, führt Maria aus. Wow. Die haben eine Menge gesehen: Venezier, Türken, Deutsche…

Kretische Oliven
Links Tsounati, rechts Koroneiki Oliven

Auf einen Schlürf mit Olivenöl oder wie man das Öl verkostet

Wie man Olivenöl verkostet? Man nehme ein kleines Gefäß, schütte Olivenöl rein, schwenke es im Handteller während man die andere Hand drüber stülpt. Dann folgt der Nasentest. Was rieche ich? Gras ist meine erste Assoziation. Ich nehme einen Schluck, den ich im Mund rumschwenke und sauge zum Schluss Luft durch die Lippen.*Schlurp*. Hust. Das Öl ist ziemlich pfeffrig. Gut so. Daran erkennt man gutes Öl, führt Maria aus. Denn in diesem sind noch alle guten Dinge drin, wie entzündungshemmende Polyphenole, viele ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E.

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Olivenöl in der Küche: Braten und Butterersatz

Dachtet Ihr eigentlich auch immer, dass man mit Olivenöl nicht braten kann? Das sei Quatsch, betont unsere Führerin: man könne Olivenöl bis 190°C erhitzen. Rauchen dürfte es nicht, aber sonst Feuer frei.

Zum Schluss noch ein Tipp für alle, die nicht wie ich mit ein wenig *hüstel* Butter arbeiten möchten, sondern lieber Olivenöl. Das kann in der Tat in einem Kuchen eine super schöne Note geben. Ersetzt einfach die Butter mit Olivenöl. Die Umrechnung ist folgende: 2 Teelöffel Butter = 2,5 Teelöffel Olivenöl. Dabei wiegt 1 Milliliter Butter 0,96g, 1 Milliliter Olivenöl Extra Nativ 0,92g. 160 ml Butter ist mit 125 ml Olivenöl somit ersetzbar.

Fazit: Da fahre ich doch glatt nochmal hin, nach Kreta. Weil, da ist es einfach sehr köstlich. Ward Ihr schon einmal auf Kreta oder in Griechenland? Was sind Eure kulinarischen Erinnerungen?

 

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