Borefts Beer Festival 2016

Je schärfer desto besser…

Ich muss das dieses Jahr noch veröffentlichen. 9 Monate ohne einen neuen Post, das geht nicht. Dabei geht es um Bier – genauer gesagt Craftbier. Also her damit. Schließlich habe ich den Artikel direkt nach dem Festival fast fertig gehabt. Zusätzlich schreit das nach einer Veröffentlichung heute: Carrie Fisher aka Prinzessin Leia ist tot. Die Jungs der Brauerei de Molen sind absolute Star Wars Fans, jeder der Gärtanks ziert ein Motiv aus Star Wars. Möge die Macht mit Euch sein! Ich wünsche Euch ein leckeres, gesundes und besseres Jahr! Rutscht rein mit anständigem Bier! 

boreftsschild

Letztes Jahr war ich das erste Mal beim Borefts Festival. Es war so gut, dass ich natürlich dieses Jahr wieder gekommen bin. Was das Festival ist? Es ist ein Craft Beer Festival bei DER niederländischen Craftbeer Brauerei, bei de Molen in Bodegraven, in der Nähe von Utrecht. Das Festival fand dieses Jahr zum 8. Mal statt und es zeichnet sich vor allem durch eine große Internationalität und Vielfalt aus. Dieses Jahr waren Brauereien aus Russland, Lettland, USA, Schottland, Spanien und so weiter vertreten.

Die Auswahl an Bieren ist schier überwältigend, es waren über 100 Biere im Ausschank von 19 Brauereien. Und ich war nur einen Tag da. Harte Arbeit. Und das erfordert gute Planung. Mit der Liste der Biere, stieg ich einen Samstag im September, genauer am 24. September in den Zug nach Utrecht. Meine Shortlist machte ich natürlich im Zug. Oder sollte ich Longlist sagen? Bestimmt 25 Biere hatte ich näher ins Auge gefasst. Unmöglich zu schaffen an einem Tag, auch wenn ich von mittags bis 22 Uhr Zeit hatte und die Biere je nur maximal 0,2 Liter sind.

Merkwürdigerweise habe ich vor Ort eigentlich bis auf ein kurzes Wort mit Sebastian Sauer von Freigeist Bierkultur keinen Menschen getroffen, den ich kannte (Daniel und ich sind komplett aneinander vorbei gelaufen)…was zunächst irritierend war, stellte sich aber als gut heraus: so konnte ich mich voll und ganz auf das Bier konzentrieren. Ich war ja nicht zum Spaß da ;-)…obwohl ich so nur 8 Biere probieren konnte. Sonst teilen wir im Freundeskreis strategisch immer Bier, jeder nimmt ein anderes Bier, was zur Vervielfachung der Beer Samples führt.

Auf meiner Liste standen sowohl Berliner Weisse, Saison und IPA wie auch Stouts und Porters. Mit einem 12 prozentigen Russian Imperial Stout bei 25 Grad im Schatten starten, hielt ich für eine schlechte Idee, also erst einmal die schlankeren, leichteren Biere probieren.

Meine Biere auf dem Borefts Festival 2016 – eine Auswahl

Mein erstes Bier habe ich von einer meiner absoluten Lieblingsbrauereien getrunken: Brewdog. Die schottische Brauerei hat sich Punk auf ihre Fahnen geschrieben: Beer for Punks lautet ihr Slogan. Sie wollen in der Manier von Der Pinkie und der Brain die Weltherrschaft an sich reißen. Und zwar mit gutem Bier. Finde ich gut, deshalb bin ich auch die stolze Besitzerin eines Shares.

Genug der Vorrede. Welches Bier war es denn, mein erstes?

Gin Blitz von Brewdog – ein Berliner Weisse, 3,2%

Die Berliner Weisse ist frisch, man merkt die verwendeten Botanicals nur etwas im Hintergrund. Das Bier ist nach richtiger Berliner Weisse Tradition sauer und überraschend spritzig perlend im Nachgang. Diese Spritzigkeit bleibt noch eine Weile auf der Zunge. Ich finde es aber insgesamt etwas langweilig.

Nach 2 Gläsern Wassern – ich blieb beim Verhältnis 1:2 – Bier zu Wasser – den Tag über, so dass ich das Festival ungeschoren und ohne Kater überlebt habe – fragte ich mich, was ich denn jetzt trinken wollte? Hm. Noch was Helles auf jeden Fall.

Red Maniac von Bakunin – ein Chili IPA, 6,8%

Das Chili IPA von der Brauerei aus Sankt Petersburg ist ein wenig malzig und erinnert damit an englische IPAs. Die Bittere ist deutlich schmeckbar, was gut ist, die Schärfe ist ausgeprägt. Sehr fein. Da ist auch ein Hauch Frucht, die ich aber nicht näher identifizieren kann. Insgesamt ein schönes IPA, wenn ich mir auch ein wenig mehr Frucht gewünscht hätte.

Ich frage mich, ob es noch schärfer geht und mache mich auf gen Brewdog, mein nächstes Bier besorgen.

Chili Hammer von Brewdog – Chili IPA, 7,2%

chilihammer

Ob die alten Bier Punks ein gutes, punkiges Chili IPA wohl können, frage ich mich oder hoffe ich eher. Und ich werde nicht enttäuscht. Das Chili Hammer macht seinem Namen alle Ehre. Der Hammer! Es ist schlank, weniger malzig als das Red Maniac der Russen. Es ist sehr gut bitter und wird immer schärfer mit jedem Schluck im Mund. Mein Favorit unter den hellen Bieren! Hier ist auch ein wenig Frucht, die auch etwas stärker sein dürfte, aber es dürfte auch schwierig sein, sich gegen die Schärfe durchzusetzen…

Es erinnert mich ein wenig an den ersten Sud des Pfefferkörner von Freigeist Bierkultur, bevor Sebastian die Hefe verändert hat. Auch wenn der zweite und die folgenden Sude sehr schön sind, vermisse ich diese Knackigkeit, diesen schlanken Körper.

Update Herbst / Winter 2016: Inzwischen hat in Berlin endlich (!!!) die Brewdog Bar aufgemacht, in Mitte. Fußläufig vom Rosenthaler Platz entfernt – um Euch hier grob abzuholen. Das Chili Hammer gab es im November im Ausschank.

…trinke ich jetzt dunkles Bier oder doch noch ein helles? Hm. Immer diese Entscheidungen! Der Austausch mit meinen Tischnachbarn bringt einen Tipp hervor: Ein de Molen Bier und zwar das Zon & Gezelligheid, ein Saison Bier.

Zon & Gezelligheid von de Molen – Aprikosen Saison, 7,5%

Frisch, säuerlich, fruchtig. Sehr gutes, leichtes Bier für den Sommer. Unglaublich, dass es 7,5 Prozent haben soll. Schmeckt man nicht. Trinkempfehlung für Euch, wenn Ihr dran kommt!

Und jetzt endlich zu den dunklen Bieren. Mein Liebling hier war auch von de Molen:

Tsarina Esra Bowmore von de Molen – Baltic Porter smoked, 11,9%

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Ich mag diese fetten de Molen Biere grundsätzlich, oft kann ich aber nicht viel von ihnen trinken. Das wird irgendwann immer mehr im Mund. Das passierte mir mit dem Tsarina Esra nicht, tolles Bier! Nun ja, ich mag ja schließlich auch rauchige Whiskies. Und dieses Porter ist im Bowmore Fass gereift. Bowmore ist einer der acht Destillen auf Islay in Schottland, bekannt für insgesamt rauchige Whiskies.

Wie ist dieses Porter? Kaffee im Geruch, bitter, schön schlank. Das soll fast 12 Prozent haben? Schmeckt man nicht. Ich nehme eine leichte Säure wahr und ein Hauch von Rosinen mit Früchtebrot. Äußerst schmackhaft! Noch eine absolute Trinkempfehlung.

Fazit: Plant das Borefts Festival für 2017 ein und trinkt Chili Hammer von Brewdog und Tsarina Esra Baltic Porter. 

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