Alvinne Craftbeer Festival 2017: Apfelkuchen!

Apfelkuchen? Soll das heißen, es gab Kuchen beim belgischen Craftbeer Festival oder dass es Bier gab, das nach Apfelkuchen schmeckte? Letzteres.

Aber zunächst von vorne erzählt. Wie vor zwei Jahren, versammelten sich die Freunde des guten Geschmacks am Freitag, 3. März in Köln, um gemeinsam mit einem Bus zum Alvinne Craftbeer Festival zu fahren. Der Initiator ist der Kölner Bierhistoriker e.V.; der Verein kümmert sich regelmäßig um Fahrten zu solchen Events. Bevor ich es vergesse, hier die hoffentlich längst hinfälligen Genesungswünsche für den Organisator Jürgen. Er konnte nicht mitfahren, die Darreichung von Antibiotika verbot den Genuss von Alkohol. Jürgen? Ich denke die Jungs haben alle kräftig für Dich mitgetrunken!

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Vier Stunden dauert die Fahrt im Bus in das sehr kleine Vichte in Belgien – Zeit für ein paar liebe Mitreisende, das erste Bier auszupacken. Wir sind ja nicht zum Spaß unterwegs. Mir war das angesichts der Morgenstunden zu hart, hatte ich doch auch am Abend zuvor Achim von Britische Biere / Düsseldorfer Craftbier Co. mitgeholfen, ein paar Biere zu verkosten unter dem Aspekt, ob man die in das Produktportfolio aufnehmen sollte…

Klein, fein, aber unübersichtlich

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Dies war das zweite Mal, dass ich auf diesem Festival war. Ich finde es immer noch schön, da es recht klein ist, jedoch ist es unübersichtlich. Es gibt nur einen Raum, aber da die Brauereien nicht anständig plakatieren, wo sie sind, ist man stets auf der Suche nach seinen Bieren. Dazu kommt, dass meist die Liste der Biere auf Tafeln auf dem Boden stehen. Da es dieses Mal recht voll war, eine Herausforderung. Ach ja, bevor ich es vergesse: Das Beitragsbild mag irritieren: wir hatten Gläser von 2015.

Und bevor ich jetzt zu den Bieren komme, würde ich mir auch wünschen, dass es bessere Fritten gibt bzw. gutes Streetfood. Die Fritten sind soweit essbar, aber für belgische Verhältnisse fast schon eine Schande.

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So. Jetzt aber zum Wichtigsten, was habe ich getrunken?

Strategisch trinken

Für alle, die noch keine Bierfestivals mitgemacht haben: Vorbereitung ist das Wichtigste! Schließlich muss eine Strategie entwickelt werden, welche Biere man in welcher Reihenfolge trinkt. Notwendig dazu ist die Liste der Biere, auf dem man sich eine Longlist baut. Auf diesem Festival gab es 139 Biere von 20 Brauereien. Ich habe mir diesmal nur sechs Biere gekauft, jedoch bei ein paar Bierliebhabern aus dem Bus mitgetrunken. So kam ich ca. auf 10 bis 12 verschiedene Biere. Wie auch schon auf dem Borefts Festival, fing ich mit IPAs an. Die waren jedoch alle eher unspektakulär, so dass ich alsbald entschied, dunkel zu trinken, will heißen Stout.

Die Eule macht’s: Uiltje

Das Highlight für mich dieses Jahr war eine kleine Brauerei aus Haarlem, Niederlanden. Sie klingt ein wenig wie eine wohlbekannte Marke für Nüsse: Uiltje. Das heißt Eule. Und die ziert auch ihr Logo. Sie schenkten acht Biere aus. Das stärkste hatte 21 Prozent. Richtig gelesen. Das „Old Enough to Drink“ ist ein Ice Distilled IPA. Bier einfrieren, um es zu konzentrieren, ist in der Craftbier Welt bekannt. Ich lege Euch hiermit den Battle zwischen BrewDog und Schorsch Bräu nahe, sehr witzig!

Wie das Ice Distilled IPA schmeckte? Ich hatte es nicht, jedoch einer meiner Mistreiter. Er fand es sehr rund und fruchtig. Für 21 Prozent war ich noch nicht bereit…

Apfelkuchen, Zimt und Ahornsirup

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Uiltje: Grandma Cooking recipes Vol 1: Cinnamon & maple syrup sweet stout, 10,1%

Ein Stout wie ein Nachtisch, das Oatmeal Stout. Hafer-Zugabe bedeutet oft weiche Noten, Nuss, fetter Körper. In der Beschreibung wird Zimt und Ahornsirup gelistet. Sehr stimmig. Im Geruch deutlich Apfelkuchen und Malz. Im Geschmack eine ganz leichte Note von Zimt im Hintergrund, Malz, Schokolade, herbe Süße vom Ahornsirup, nicht zu süß und überraschend wenig alkoholisch im Gaumen für seine 10,1%. Dazu kommt, dass es überraschenderweise keinen zu fetten Körper hat. Sehr schönes Bier! Kann ich mir gut mit einer Kugel Vanilleeis vorstellen.

Probiert habe ich dann noch zwei andere Biere, nur Schlückchen: Algorithm Glenfarclas Barrel Aged Imperial Stout (15,2%) – sehr deutlich Kokos im Geschmack, schöne Whisky Note und sehr dicht mit fettem Körper – und Mind your step DBBA, auch ein Imperial Stout, diesmal aber mit noch mehr Umdrehungen: 18,9%. Eine körperliche Erfahrung…

Beaverton: Heavy Water Hazelnut & Cocoa Edition, 9,8%

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Ich mag diese britische Brauerei, Beaverton hat leckere Biere und witzige Verpackungen: Dosen, die aussehen wie Ausgeburten von Mars Attacks. Die Dose habe ich zwar nicht gesehen, jedoch das Imperial Stout Heavy Water Hazelnut & Cocoa Edition getrunken. Es schmeckt lecker nach Kaffee, Kakao Malz, dunkle Schokolade, dann eine leichte Bittere, die gut eingebaut ist, gefolgt von einer sehr leichten Säure. Auf einer Skala von 1 bis 5, wie sie Untapped benutzt, eine 4,75. Schönes Bier!

Das sind meine Highlights vom Festival selber, ich habe natürlich ordentlich zugeschlagen beim Einkauf in der Bierhalle Deconick…würde ich drüber berichten, aber zunächst sind die alle. Wenn Ihr Euch nichts sonst gemerkt habt aus der Lektüre dieses Artikels: Behaltet Uiltje im Blick!

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