Frankreich – mon amour. Heute: Croquillante Normande

Ich liebe Frankreich! Unglaublich, dass ich das einmal schreiben würde, habe ich doch meinen Französisch Unterricht früher gehasst. Ich mochte die Lehrer nicht, fand das Zahlensystem mehr als bizarr und überhaupt: Die Franzosen honorierten früher nicht ein bisschen, dass man versuchte, Französisch zu sprechen. Das war noch in den 1990ern so. Seit damals ist aber eine Menge passiert. Bei mir und in Frankreich. Ich fahre seit 2001 jedes Jahr im Juli nach Paris mit meiner besten Freundin. Wir sind stets am 3. Juli am Grab von Jim Morrison. Auf dem Père Lachaise.

Grab von Jim Morisson - Père Lachaise

Dabei bin ich gar kein absoluter Hardcore Fan. Ich war nur 1991 in Paris mit einer Schulfreundin, auf Interrail Tour. Das war um den 20. Todestag von Jimi, er starb am 3. Juli 1971. Dann kam auch noch der Oliver Stone Film „The Doors“ zeitgleich in die Kinos. Wir schauten uns den Film dann ein oder zwei Wochen später in Dublin an. Hat mich beeindruckt. Als ich dann 2001 wieder in Paris vor Jimis Grab stand, dachte ich „warum komme ich eigentlich nicht jedes Jahr an diesem Tag nach Paris?“ Und so habe ich es dann auch gemacht. Seit dieser Zeit habe ich ja regelmäßig Gelegenheit, meine Kenntnisse aus dem Französisch LK zu vertiefen. Und was soll ich sagen? Es läuft. Ich komme sogar mit den gastronomischen Vokabeln klar. Obwohl ich es weiterhin herrlich finde, wenn der Kellner ein Tier nachmacht. Neben meinen regelmäßigen Kurztrips nach Paris, zieht es mich auch im Sommerurlaub nach Frankreich. Letztes Jahr fuhr ich mit meinem Freund via mehreren Etappen und Aufenthalten über die Bourgogne, Languedoc-Roussillon, Provence nach Spanien. Ich hatte erst überlegt, nur in Spanien Urlaub zu machen. Die Sprache spreche ich besser, ich liebe Tapas….aber die französische Küche ist einfach vielfältiger, die Märkte spektakulärer. Gerade letzte Woche waren wir in der Normandie. Das dritte Mal. Die Bretagne empfinde ich zwar als schöner, aber die Fahrt dorthin ist auch länger. Und da wir nur 5 Tage blieben, fiel die Wahl auf die Côte FleurieGrandcamp-Maisy, direkt in der Nähe von Omaha Beach, auf das Cap La HagueAuderville und danach Granville. Natürlich war es dort frisch. Ein stetiger und kräftiger Wind kam uns entgegen, aber wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter und haben schönen und nicht wenig Calvados gegen den aufkommenden Schnupfen getrunken. Dabei habe ich mich so richtig an den Apfelschnaps gewöhnt. Ich habe mich wohl ran getrunken. Besonders Calvadosangetan hat mir der 20jährige Calvados, im Eichenholz Fass gereift. Die Marke? Chateau Breuil. Probiert den mal. Lecker weich ist er! Gegessen haben wir wieder sehr exzellent. Ich liebe ja Muscheln / Moules mit Pommes Frites. Moules Frites. Wenn Ihr die Gelegenheit haben solltet, bestellt Moules avec Camembert. Sehr gut! Ich hatte dort auch Croquillante Normande versucht. Ein Brick/Filoteig gefüllt mir Kartoffeln, Camembert und Speck. Das fand ich sehr spannend, wenn auch der Speck mir nicht kross genug gebraten war. Was mache ich also als eines der ersten Dinge, frisch aus dem Urlaub in meiner Küche? Genau das. Brickteig bzw. Filmteig gab es beim Türken. Die anderen Zutaten habe ich besorgt bzw. haben wir vom Urlaub mitgebracht. Die Zubereitung habe ich teilweise aus einem französischen Kochbuch, teilweise aus dem Netz und zum größten Teil habe ich selbst ausprobiert.  Aber was spanne ich Euch auf die Folter, hier ist das Rezept:

Croquillante Normande 

Zutaten:

  • Brickteig oder Filoteig
  • Crème Fraîche
  • Lauch
  • Kartoffeln – festkochende oder vorwiegend festkochend
  • Camembert aus Rohmilch oder besser noch Livarot, wenn Ihr kräftigen Käse mögt
  • Speck (muss nicht sein)
  • Apfel (kann sein, muss nicht)
  • 1 Ei mit etwas Milch verschlagen
  • grobes Meersalz
  • Pimentón de la Vera (muss nicht, gibt aber Kick)
  • Calvados (ein wenig)
  • Streichhölzer zum Flambieren
  • Butter – ich liebe hier die gesalzene Rohmilchbutter
  • ein bißchen neutrales Öl oder Olivenöl
  • Salatbegleitung (muss nicht, ist aber besser)

Zubereitung:

Heizt den Backofen auf 180°C vor, ohne das Backblech. Schält die Kartoffeln, schneidet sie in grobe Scheiben. Hier habt Ihr nun 2 Möglichkeiten: Entweder Ihr kocht die Kartoffeln in Salzwasser oder Ihr lasst sie langsam in Butter und einem Schuss Öl angehen bis sie weich sind. Bei der Buttervariante kommt, wenn sie gar sind, ein Schluck Calvados über die Äpfel, der flambiert wird. Gibt eine spannende, leicht süßliche Note, ist aber natürlich reichhaltiger. Die in Wasser gegarten Kartoffeln gut ausdampfen lassen.

Den Lauch wascht Ihr bitte sehr gründlich, trocknet ihn ab und schneidet ihn in feine bis ein bisschen gröbere Ringe. Den Lauch in Butter mit einem Schuss Öl angehen lassen auf kleiner Flamme. Wenn Ihr Speck verwendet mögt, den bitte ohne Öl langsam in einer Pfanne knusprig braten.

Jetzt geht es an das Basteln – was nicht zu meinen Stärken zählt:

Macht entweder Rollen oder kleine Päckchen: Für die Rollen, einfach ein Filmteig Blatt mit der Ei-Milch-Mischung bestreichen, die Zutaten nacheinander einschichten, d.h. mit etwas grobem Salz bestreuen und dem klein geschnittenen Camembert und gut rollend verschließen. Meine Freundin Sabine machte das wundervoll, so dass ich nicht die Geduld verlor wie am Vorabend, an dem ich das Ganze zum ersten Mal ausprobierte. Ich bin einfach für solche kleinen Bastelarbeiten viel zu ungeduldig!

Die Rolle oder auch vorzugsweise das Säckchen gut mit geschmolzener Butter einstreichen und auf dem mit Backpapier belegten Blech ca. 15 Minuten im Ofen garen. Auf der mittleren Schiene. Voila.

Selbst gemachte Croquillante NormandeDer erste Versuch war noch mit Speck und ohne Creme Fraîche,  das war schon lecker. Da hatte ich auch keinen Lauch dabei oder Apfel. Der 2. Versuch war dann komplett vegetarisch: Der Apfel, den ich noch übrig hatte, passte gut, ebenso wie der kräftigere Ligarot und die restlichen Zutaten. Erlaubt ist, was gefällt. Nächstes Mal würde ich noch einen Hauch frischen Muskat hinzufügen. Heiß aus dem Ofen servieren. Dazu passt hervorragend ein grüner Salat.

Getränkeempfehlung: Gutes belgisches Bier, ein American Pale Ale  oder einem Weißwein, würde ich empfehlen. Gewürztraminer könnte ich mir hier sogar auch gut vorstellen. Aber was sage ich, ich kenne mich zwar ein wenig mit Bier aus, aber mit Wein?

Ich hoffe, es wird Euch schmecken. Das Gericht ist super einfach gemacht und sicherlich hat das noch nicht viele von Euren Gästen gegessen. J’aime la France!

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