Kochen lernen in Paris – Quiche Lorraine und Tartelette Pistache

Es regnet. Der perfekte Sonntag also, meine Sommerpause auf diesem Blog zu beenden. Was nicht heißen soll, dass der Sommer zu Ende ist. Mitnichten, mag ich da gen Himmel schreien! Mehr Sonne bitte. Gefälligst.

So. Jetzt aber zum Thema: Französische Küche. Paris.

Viele von Euch wissen, dass ich schon seit fast 15 Jahren jedes Jahr nach Paris fahre, habe ich ja mal hier erwähnt. Am 3. Juli findet Ihr mich mit meiner Freundin Heidi am Grab von Jim Morrison. Dieses Jahr hatte Heidi leider nur Zeit für ein Wochenende. Ich dagegen wollte noch länger bleiben. Also Paris auf eigene Faust erkunden. Ganz alleine. Das hat durchaus seinen Reiz, auch wenn es natürlich super schön ist, Erlebnisse mit jemandem zu teilen. Alleine kann ich jedoch Dinge tun, die für andere Leute nicht so attraktiv sind, wie stundenlang in meinem Lieblingsplattenladen Crocodisc im 5. Arrondissement stöbern oder das xte Mal im Shakespeare & Company nach Neuerscheinungen und Literatur über Paris zu schauen.

Ich hatte knapp 2,5 Tage für mich. Was also tun außer dem oben Erwähnten? Die Lektüre von Paris Kulinarisch von Trish Deseine brachte mich auf eine Idee: Ich mache einen Kochkurs in Paris! Auf den letzten Seiten ist eine gute Übersicht. Aber was und wo? Es gibt viel Auswahl, aber einige der Angebote sind sehr teuer oder passten zeitlich nicht oder beides. Das spannendste Angebot war 1 Tag kochen mit einer Gruppe. Man fängt morgens mit dem Shopping auf dem Markt an und kocht dann 3 Gänge und isst anschließend zusammen und trinkt Wein. Hätte ich super gerne gemacht. Am Abreise Tag hatte ich zwar Zeit, hätte aber den Kopf dafür nicht gehabt. Ist auf der Liste für nächstes Mal Paris.

La Cuisine Paris

Kurzentschlossen buchte ich den Quiche Lorraine Kurs. Dauer von 11:00 – 14:00 Uhr. Der Kurs wurde auf Englisch gegeben. Und zwar von La Cuisine Paris. Das Kochstudio liegt fast direkt am Hôtel de Ville, sehr zentral somit.

Quiche? Kann ich das nicht schon? Ich denke, ja, siehe auch meinen Beitrag hier, aber ich hatte Lust, vielleicht den einen oder anderen Kniff zu lernen. Die Gruppe war nett und bestand meist aus Amerikanern, mit Michelle aus Texas habe ich mich länger unterhalten und wir sind nach dem Kurs noch zusammen in die wunderschönen Haushaltswaren Geschäfte gegangen wie Dehillerin. Hach. Thanks Michelle for your company. It was lovely meeting you & sharing thoughts about good food and cooking. I bought a rolling pin and several moulds later at Dehillerin. I simply couldn’t resist. Hope we have the chance to run into each other again at a cooking class in Paris or elsewhere.

Was genau war die Aufgabe? Was backen oder kochen? Eine Quiche Lorraine, eine süße Mürbeteig Variante mit Pistazie, Tartelette Pistache und einen begleitenden Salat – einen grünen Salat mit Blauschimmel Käse und Walnüssen.

Es war sehr heiß an dem Tag, in der Küche gab es keine Klimaanlage. Mag ich eh nicht die Dinger, aber es war schwer, den Teig auszurollen. Sogar der Chefin fiel das schwer. Wir haben mit tollen Gerätschaften gearbeitet, wie einem Nudelholz ohne Griffe und wunderschönen Förmchen. Musste ich somit erwerben. Gut, dass ich mit dem Zug in Paris war.

Teig ausrollen

Erkenntis 1: Teig ausrollen. Man dreht sich nicht seitlich zum Ausrollen, da das auf den Rücken geht, sondern dreht den Teig immer ein Viertel rum. Das längere Nudelholz ohne Griffe bietet mehr Platz zum Ausrollen. Kauft Euch so ein Ding! Die Unterlage sollte bitte nur sanft mit Mehl bestäubt werden. In Französisch klingt das poetisch: fleurer.

Erkenntnis 2: Blind backen macht doch Sinn. Der Teig wird knuspriger und suppt nicht so schnell durch. Also werde ich jetzt immer blind backen….

Erkenntnis 3: Risse im Teig kann ich natürlich versuchen zu kitten, ein wenig Käse direkt auf dem Teig stopft Risse noch zusätzlich.

Erkenntis 4: In französischem Dressing ist kein Zucker oder Ähnliches. Da gehört nur Essig, Dijon und Salz (Pfeffer) rein. Und Unmengen von Öl. Zuhause mache ich meine Dressings immer mit ein wenig Zucker. Habe ich von meiner Mutter gelernt. Und die ist gelernte Köchin. Aber gut. Schmeckte trotzdem gut.

Fazit: Super nette Truppe, fähige Chefin, schöne Rezepte. Insbesondere das für den süß belegten Mürbeteig.

Jetzt aber zu den Rezepten

Quiche Lorraine

 

Quiche Lorraine (Rezept für 4 bis 6 Personen)

Teig: (Französisch Pâte brisée)

250 g Mehl

140 g Butter

6 g Salz (erscheint viel, ist aber super so!)

1 Ei

20 – 30 g Wasser (bei Bedarf – das kommt auch auf die Größe des Ei an – wir brauchten das Wasser an dem Tag nicht)

Füllung:

2 Eier

2 Eigelb

250 ml Milch

250 g Sahne

Salz

Piment d’Espelette

Muskatnuss – frisch gerieben

200 g Speck

200 g Gruyère (Abweichung vom Original Rezept aus Lothringen, aber sehr gut so)

Zubereitung:

Mehl und Butter zwischen den Fingern zerreiben. Eine Kuhle in die Mischung drücken und dort Salz, Ei und nach Bedarf Wasser einfüllen und am besten mit der Hand zu einem glatten Teig verarbeiten. So hat man das beste Gefühl für den Teig. Den Teig ausrollen und mit Hilfe des Nudelholzes in die Förmchen hiefen. Hier vorsichtig eindrücken. Die Förmchen in den Kühlschrank stellen. Mindestens 15 Minuten. Backofen auf 180°C vorheizen. Die Förmchen für ca. 30 Minuten blind backen (d.h. Backpapier auf den Teig, mit Hülsenfrüchten füllen wie trockene Erbsen oder Kichererbsen). Das Ganze auskühlen lassen.

Für die Füllung den Speck auslassen mit nur sehr wenig Öl bei mittlerer Hitze. Den Speck mit Küchenkrepp entfetten. Käse reiben. Eier mit Eigelb Milch, Sahne und Gewürzen gut verquirlen.

Den Ofen auf 200°C vorheizen. Den Speck und die Hälfte des Käses auf dem Boden der Tartes verteilen. Die flüssige Füllung drüber und den restlichen Käse drüber streuen. Das Ganze jetzt für ca. 35 bis 40 Minuten in den Ofen. 5 Minuten runterkühlen lassen vor dem Servieren. Die Quiches mit einem grünen Salat mit Walnüssen und Bleu auf einem Teller anrichten.

So. Und jetzt zu der süßen Variante. Dazu könnt Ihr allen übrigen Teig verwenden z.B. sehr praktisch. Somit ist das Teigrezept gleich.

 

Tartelettes Pistache mit Birne

Tartelette Pistache

Teig wie oben: (Französisch Pâte brisée)

250 g Mehl

140 g Butter

6 g Salz (erscheint viel, ist aber super so!)

1 Ei

20 – 30 g Wasser (bei Bedarf – das kommt auch auf die Größe des Ei an – wir brauchten das Wasser an dem Tag nicht)

Füllung – merkt Euch 50, 50, 50, 50 – eine der absolut besten süßen Füllungen, die es gibt!

50 g Butter – Raumtemperatur

50 g Zucker

50 g Mandeln / Haselnüsse  etc. gemahlen

50 g Ei  (kann 1 oder 2 Eier bedeuten)

Dazu kommt noch etwas Vanille und Rum wenn man will und Pistaziencreme. Rum und Pistazie muss nicht sein, ist aber lecker. Ich hatte letztlich das Ganze nur mit Haselnuss gemahlen zubereitet. Sehr fein!

Früchte – in Paris haben wir frische Birnen genommen, letztlich habe ich hier frische Stachelbeeren ausprobiert. Der Hammer!

Stachelbeer Tarte

Zubereitung:

Teig wie zubereiten und backen wie oben. Auch wenn wir in Paris die süßen Tartes nicht blind gebacken haben, sondern nur mehrfach mit der Gabel eingestochen. Die Füllung neigt ja auch nicht zum durchsuppen.

Den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Zutaten der Füllung alle miteinander vermischen, auf den Teig geben und die Früchte oben drauf drapieren. Für ca. 20 Minuten backen oder bis die Oberfläche leicht golden ist. Auf Raumtemperatur runterkühlen lassen und genießen.

So. Das war’s. Ganz einfach. Wirklich. Vielleicht werde ich doch noch Backfan. Mal sehen…Was die Haushaltsläden angeht, so findet Ihr in der Nähe von Dehillerin noch andere Geschäfte. Macht sehr viel Spaß, sich alles anzuschauen! Dieser Tipp ist übrigens in Paris Kulinarisch auch enthalten.

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3 Gedanken zu “Kochen lernen in Paris – Quiche Lorraine und Tartelette Pistache

  1. Thank you for the English, Carmen. I so enjoyed meeting you, talking cuisine and touring around Paris. I hope we get to meet again in the future. Until then, I will keep reading your wonderful blog.

    1. Thank you so much for this comment and your kind mail. I am touched that I have a new reader from Texas 🙂 I would love to see you again. Let’s stay in touch. Take care and have a great week with hopefully good food!

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